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Grundfähigkeitsversicherung einfach erklärt | WIFIX

Geschrieben von WIFIX AG | 14.15.2026


Die meisten Menschen denken, ihr wertvollster Besitz sei ihr Depot oder ihre Immobilie. Aber hast Du Dir schon einmal ausgerechnet, wie viel Geld Du noch verdienst, wenn Du bis zum Renteneintritt arbeitest? Eine Grundfähigkeitsversicherung kann genau diese Arbeitskraft absichern – sie zahlt eine monatliche Rente, wenn Du eine versicherte körperliche Fähigkeit dauerhaft verlierst, unabhängig davon, ob Du noch arbeiten kannst oder nicht. Oft ist sie dabei deutlich günstiger als vergleichbare Absicherungsformen. Wenn Du noch am Anfang Deiner Karriere stehst, reden wir hier oft von siebenstelligen Beträgen, die Dir verloren gehen könnten, wenn Du nicht mehr im vollen Umfang arbeiten kannst. Planst Du den Kauf eines Eigenheims oder möchtest Du eine Familie gründen? Dann sichere Deine Arbeitskraft ab, denn ohne Einkommen sind diese Lebenspläne oft nicht finanzierbar.

Gibt es dafür nicht die Berufsunfähigkeitsversicherung? Richtig, aber nicht jeder kann diese Versicherung abschließen. Arbeitest Du in Deinem Beruf stark körperlich? Falls ja, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass eine vernünftige Absicherung Dich einen dreistelligen Betrag im Monat kostet. Und lässt es Dein Gesundheitszustand überhaupt zu, dass eine Gesellschaft Dich absichert? Wenn mindestens einer der Fälle auf Dich zutrifft, dann lies jetzt aufmerksam weiter – die Grundfähigkeitsversicherung ist eine echte Alternative für Dich!

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wird geprüft, ob Du Deine Arbeit für mindestens 6 Monate zu weniger als 50 % ausführen kannst. Bei der Grundfähigkeitsversicherung schaut man hingegen, ob eine versicherte Fähigkeit noch ausgeführt werden kann oder nicht – unabhängig davon, welchen Beruf Du ausübst. Ein Beispiel: Du hast Rückenprobleme. Bücken ist unmöglich. Wenn ein Arzt das feststellt und voraussichtlich für mindestens sechs Monate bestätigt, und Du die Grundfähigkeit des Bückens mitversichert hast, leistet die Versicherung. Ob Du den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und Dich eigentlich gar nicht bücken musst, spielt keine Rolle.

Allerdings hat die Grundfähigkeitsversicherung auch klare Grenzen, wie ein Beispiel zum Thema Sehen zeigt: Um hier Leistung aus der Grundfähigkeitsversicherung zu bekommen, musst Du oft erblindet sein, oder zumindest einen großen Teil Deiner Sehkraft verloren haben. Wenn Du jedoch Migräneanfälle bekommst, weil Du 8 Stunden am Tag auf einen Bildschirm schaust, dann leistet die Grundfähigkeitsversicherung nicht, obwohl Du möglicherweise berufsunfähig bist. 

Ähnliches gilt für psychische Erkrankungen: Depressionen oder Burn-out sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit – die klassische Grundfähigkeitsversicherung greift hier aber in der Regel nicht, weil sie auf den Verlust körperlicher Fähigkeiten ausgerichtet ist. Einige neuere Tarife bieten Zusatzbausteine für schwere psychische Erkrankungen, das ist jedoch noch kein Standard. Beide Versicherungsarten haben also ihre Vorteile. Welche Absicherung besser zu Dir passt, zeigen die nächsten Abschnitte.

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, sollte sich auf eine sehr detaillierte Gesundheitsprüfung und oft eine strenge Entscheidung einstellen. Manchmal führen selbst harmlose Infekte oder Allergien zu Ausschlüssen und anderen Einschränkungen im Versicherungsschutz.

Bei der Grundfähigkeitsversicherung gibt es auch eine Gesundheitsprüfung, und es wird zum Beispiel nach bereits vorhandenen Einschränkungen der Grundfähigkeit gefragt. Auch ein eventuell vorhandener Grad der Behinderung muss angegeben werden. Weitere Fragen unterscheiden sich von Versicherung zu Versicherung, jedoch ist die Prüfung meistens nicht so streng wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.

In beiden Fällen gilt jedoch, dass Du die Gesundheitsfragen im Antrag in jedem Fall wahrheitsgemäß beantworten musst, um keine Schwierigkeiten im Leistungsfall zu riskieren. Auf Wunsch hilft eine vorgeschaltete anonyme Risikovoranfrage, bevor Du Dich festlegst.

Wer in einem körperlich fordernden Job arbeitet und schon einmal versucht hat, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, weiß, dass es teuer werden kann. Die Versicherer verlangen für eine angemessene Absicherung oft hohe dreistellige Monatsbeiträge – hier spricht man teilweise von sogenannten "Abwehrprämien".

Bei der Grundfähigkeitsversicherung sind die Beiträge für körperlich tätige Personen meistens deutlich günstiger als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Grundfähigkeiten sind Fähigkeiten, die ein Mensch natürlich erlernt hat oder die ihm von Geburt an mitgegeben sind. Versichert wird im Regelfall eine monatliche Rente. Typische versicherte Fähigkeiten umfassen:

  • Sinnesfunktionen: Dazu zählen Sehen, Hören und Sprechen.

  • Motorische Fähigkeiten: Grundlegende Bewegungsfähigkeiten wie Gehen sowie Handfertigkeiten wie Greifen, Halten und Schreiben.

  • Körperliche Grundfähigkeiten: Dazu zählen alltägliche Tätigkeiten wie Laufen, Bücken, Knien und Heben.

Oft bietet eine Grundfähigkeitsversicherung aber viel mehr. So können zum Beispiel auch der Gleichgewichtssinn oder der Geruchssinn versichert werden. In einigen Tarifen ist es sogar möglich, den Verlust des Führerscheins zu versichern – allerdings nur, wenn Du ihn aus gesundheitlichen Gründen abgeben musst.

Wie wird nun festgestellt, ob eine Fähigkeit noch vorhanden ist? Klar, wer nach einem Unfall nicht mehr gehen kann, erfüllt offensichtlich einige der oben genannten Voraussetzungen. Aber wie ist das zum Beispiel beim Gleichgewicht? Diese Grundfähigkeit kann an einer Leiter geprüft werden. Eine typische Definition könnte beispielsweise lauten: "Nicht mehr in der Lage, eine Leiter bis zur vierten Stufe sicher und selbstständig zu besteigen."

Diese Definitionen sind nur Beispiele und unterscheiden sich, wie bereits erwähnt, von Versicherung zu Versicherung. In den meisten Tarifen gibt es einen Fähigkeitenkatalog, in dem jede versicherte Fähigkeit mit einer Punktezahl versehen ist. Leistung erhältst Du, wenn Du eine vordefinierte Gesamtpunktzahl erreichst – entweder durch den Verlust einer besonders hoch gewichteten Fähigkeit wie dem Sehen oder durch die Kombination mehrerer geringer bewerteter Einschränkungen, etwa gleichzeitig "Nicht lange stehen", "Gehen" und "Treppensteigen". 

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist in Deutschland nicht nur die weitverbreitetste Form der Arbeitskraftabsicherung – sie ist von Fachleuten und sogar Gerichten als die angesehenste Versicherungsform anerkannt, sozusagen die "Nummer 1 unter den Arbeitskraftabsicherungen".

Tatsache ist jedoch auch, dass sie vielen Menschen einfach nicht zugänglich ist – entweder aufgrund der strengen Gesundheitsprüfung oder aufgrund des hohen Beitrags für bestimmte Berufsgruppen. Wer also nicht die Möglichkeit hat, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, hat mit der Grundfähigkeitsversicherung eine Alternative. Das haben mittlerweile einige Versicherungsgesellschaften erkannt: Es gibt immer mehr gute Tarife am Markt, und der Wettbewerb um Qualität nimmt zu.

Das stärkste Argument für die Grundfähigkeitsversicherung sind die vereinfachten Gesundheitsfragen – aber sie punktet auch in anderen Bereichen: Die Feststellung eines Leistungsfalls ist deutlich unkomplizierter als bei der BU, und für körperlich Tätige ist sie oft die günstigere Wahl. Wo sie an Grenzen stößt – vor allem bei psychischen Erkrankungen –, lohnt sich ein genauer Blick auf Zusatzbausteine und Tarife.