Anders als beim Menschen gibt es für Hunde und Katzen keine gesetzliche Pflicht zur Krankenversicherung – ob und wie Du Dein Tier absicherst, entscheidest Du ganz allein. Am Markt gibt es dafür verschiedene Optionen: umfassende, aber höherpreisige Tierkrankenversicherungen, die auch Vorsorge und medikamentöse Behandlungen abdecken, oder die schlankere und günstigere OP-Versicherung, die gezielt für den Ernstfall einer Operation greift. Genau um diese Variante – die Hunde- und Katzen-OP-Versicherung – geht es in diesem Ratgeber.
Eines solltest Du Dir bewusst machen: Selbst für ein kleines Tier wie eine Katze können schnell hohe Tierarzt- und OP-Kosten anfallen, die oft mehrere Hunderte oder sogar Tausende Euro umfassen. Es genügt beispielsweise, dass sich Dein Tier bei einem Sprung verschätzt oder der Tierarzt eine Erkrankung feststellt, die mehrere Operationen nach sich zieht. Ein Tumor, der dringend entfernt werden muss, kann so finanziell zur Belastung werden. Im schlimmsten Fall könnte der Tierarzt Deinem Tier zwar helfen, doch wenn Du Dir die Behandlung nicht leisten kannst, muss Dein Tier eingeschläfert werden.
Katzen haben bekanntlich sieben Leben. Trotzdem kann es schnell passieren, dass sie einen Unfall haben oder krank werden. Stell Dir vor: Du drehst Dich kurz weg, während Dein Kater, der sich gerade frisch von einer Kastration erholt, versucht, aufs Fensterbrett zu springen. Er verfehlt sein Ziel und landet aufgrund der Nachwirkung der Narkose so unglücklich, dass er sich etwas bricht. Freigängerkatzen leben besonders gefährlich – von Kämpfen mit Rivalen oder Hunden bis hin zum Verkehrsunfall.
Eine Katzen-OP-Versicherung kann Deine Katze zwar nicht vor diesen Gefahren schützen, aber im Ernstfall dafür sorgen, dass Du Dir die bestmögliche Behandlung für Deinen Stubentiger leisten kannst. Wenn Deine Katze ein Freigänger ist, solltest Du bei der Auswahl der Versicherungsprämie unbedingt darauf achten, ob ein Verkehrsunfallschutz inbegriffen ist – also ob die Versicherung einspringt, wenn Deine Katze beispielsweise angefahren wird.
Die Tierarztkosten für Hunde – insbesondere große Hunde – fallen meist deutlich höher aus als für Katzen. Somit steigt auch Dein finanzielles Risiko als Halter: Da wird schnell ein Giftköder verspeist, verletzt ein Stöckchen den Hunderachen, oder ein wildes Toben endet mit einem Kreuzbandriss. Auch eine Magendrehung – ein akuter Notfall, der sofort operiert werden muss – kommt bei größeren Hunderassen immer wieder vor und kann ohne schnelle OP lebensgefährlich werden. Mit einer Hunde-OP-Versicherung kannst Du die notwendige Operation problemlos durchführen lassen.
Wenn Du Deinen Hund mit auf Reisen nimmst, solltest Du vorab prüfen, ob der Tarif auch im Ausland gilt und ob ein medizinisch notwendiger Rücktransport nach Deutschland mitversichert ist – das ist nicht bei jeder OP-Versicherung automatisch der Fall.
Damit Du am Ende den Tarif findest, der wirklich zu Dir und Deinem Tier passt, lohnt sich ein Blick auf die folgenden sieben Punkte:
Höhe der Deckungssumme
Die einzelnen Tarife unterscheiden sich häufig im gedeckten Betrag. Liegt dieser für eine OP etwa bei 1000 Euro, die tatsächlichen Kosten für die OP aber bei 1500 Euro, musst Du die Differenz aus eigener Tasche zahlen.
GOT-Satz der Erstattung
Tierärzte rechnen nach der sogenannten Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab – je nach Aufwand mit dem 1- bis 4-fachen Satz. Achte darauf, bis zu welchem Satz Dein Tarif erstattet: Liegt die Tierarztrechnung über dem vereinbarten GOT-Satz, musst Du die Differenz selbst tragen.
Selbstbeteiligung im Vertrag
Bei vielen Tarifen kannst Du Dich für eine Selbstbeteiligung entscheiden und sparst dadurch bei den monatlichen Beiträgen. Im Gegenzug zahlst Du bei einer Erkrankung oder Verletzung Deines Tieres einen Teil der Kosten selbst. Wie hoch dieser Anteil ausfällt, legt der jeweilige Tarif fest. Wirf dafür am besten einen genauen Blick in die Versicherungsbedingungen, denn die tatsächliche Höhe der Selbstbeteiligung ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.
Freie Tierarztwahl
Die meisten Hunde- und Katzenhalter gehen nicht einfach zu irgendeinem Veterinär, sondern am liebsten zum Tierarzt ihres Vertrauens. Damit Du nicht plötzlich an einen anderen Arzt gebunden bist, solltest Du unbedingt darauf achten, dass der Tarif die freie Tierarztwahl erlaubt.
Bearbeitungsgeschwindigkeit bei Rechnungen
Ein Punkt, der oft übersehen wird, aber im Ernstfall viel ausmacht: Wie schnell zahlt die Versicherung eingereichte Rechnungen? Kundenbewertungen und unabhängige Testberichte geben oft verlässliche Hinweise, da diese Information selten in den Tarifunterlagen steht. Achte außerdem darauf, ob der Versicherer direkt mit der Tierklinik abrechnet. Dann musst Du gar nicht erst in Vorleistung gehen.
Wartezeit nach Vertragsabschluss
Die meisten Tarife sehen eine Wartezeit von 30 Tagen bis zu drei Monaten vor, bevor der Versicherungsschutz greift. Bei Operationen infolge eines Unfalls entfällt diese Wartezeit meist, sodass der Schutz sofort besteht.
Alter des Tieres
Neben Größe und Rasse ist vor allem das Alter Deines Tieres wichtig für die Beitragshöhe: Je jünger, desto günstiger ist die Hunde- und Katzen-OP-Versicherung. Besonders bei Rassen, die anfällig für schwere Erkrankungen sind, lohnt sich der Abschluss oft schon in den ersten zwei Lebensjahren, da die Beiträge dann noch am niedrigsten sind. Ab einem gewissen Alter, häufig ab 7 Jahren, nehmen manche Versicherer Tiere gar nicht mehr in den Versicherungsschutz auf.